Im Jahr 1872 unternahm Amelia Edwards, eine beliebte englische Schriftstellerin, eine abenteuerliche Reise durch die Dolomiten. Mehr als ein Jahrhundert später, inspiriert von Edwards Bericht über ihre Reisen, Alan und Susan Boyle zurückverfolgt ihre Schritte.

Spirits of the Dolomites erforscht Vergangenheit und Gegenwart, Wandel und Kontinuität. Das Buch enthält Auszüge aus Edwards 'ursprünglicher Erzählung gegenüber den heutigen Begegnungen der Autoren mit den Nachkommen der Edwards, die sich zwischen diesen majestätischen Gipfeln treffen, und vergleicht Edwards' unveröffentlichte Aquarelle mit atemberaubenden neuen Fotografien der abgebildeten Bereiche.

Dieses Buch, das die Verbindung zwischen Natur und Menschlichkeit betont, ist eine wunderschön illustrierte, einnehmende Darstellung eines der spektakulärsten Naturphänomene der Welt.

INSPIRATION

Die Geschichte beginnt auf der Isle of Skye nahe dem wilden und unzugänglichen Loch Coruisk, der von zerklüfteten Gipfeln und Nadeln des Cuillin Ridge umgeben ist. Die Überquerung der Cuillin Ridge ist eine der gefährlichsten und herausforderndsten Bergtouren Schottlands. 1973 stellten wir uns dieser Herausforderung und verbrachten eine Nacht auf der entlegenen Hütte auf dem Berg Coruisk. Umgeben von Bergen ist diese Hütte eines der abgeschiedensten Gebäude in England, über 10km entfernt von der nächsten Straße und ohne einfache Verbindungspfade. Dort, im staubigen Bücherregal der Hütte entdeckten wir ein über 100 Jahre altes Buch, das eine lebenslange Leidenschaft für die italienischen Dolomiten inspiriert hat.

In ihrem Buch „Untrodden Peaks and Unfrequented Valleys“ [deutsche Übersetzung: Unberührte Gipfel und entlegene Täler] beschreibt Amalia Edwards die Geschichte ihrer erstaunlichen Abenteuer durch die Dolomiten im Sommer 1872. Es war nicht nur die unwahrscheinliche Reise in einem vergangenen Zeitalter, die uns faszinierte, sondern auch die unglaublichen von der Autorin selbst gezeichneten Illustrationen begeisterten und spornten uns an. Felsnadeln und hoch in den Himmel ragende Türme aus Stein übertrafen massive Bergrücken mit überhängenden Felswänden. Diese Gipfel weckten unsere kühnsten Vorstellungen. Sie schienen eher Bilder aus Märchenbüchern zu sein, als aus einem Reisetagebuch zu stammen. Bevor der Abend endete, hatte Amelia uns in ihren Bann gezogen uns zu einer Entdeckung der Dolomiten inspiriert, auf welcher wir herausfinden wollten, ob diese Berge wirklich so fantastisch waren und wenn ja: würden wir sie erklimmen können?

Rottonara's Inn, Corvara, wo Amelia blieb, 30. Juli 1872

Amelia fasziniert uns mit detailreichen Beschreibungen der Orte, die sie besuchte und originellen Erzählungen ihrer Gespräche mit vielen gewöhnlichen Menschen, denen sie begegnete: Kinder, Bauern, Geistliche, Bergführer, Grenzhüter und Gastwirte. Manche ihrer Nachfahren, wie die Ghedinas in Cortina, die Pezzès in Caprile und die Gacommellis in Predazzo leben dort heute noch.

Weil die Berge so beständig bleiben, beflügeln Amelias wunderbare Zeichnungen und schwungvolle Pinselstriche unsere Vorstellungskraft für die Reise durch die Zeit und beschreiben das Leben vor dem Beginn des Tourismus dieser Weltnaturerbe-Landschaft. Amelias präzise Aufzeichnungen ermöglichen reichhaltige und lohnende historische Einblicke. Unsere Neugier wuchs beim Lesen jeder Seite. Wir wollten erfahren, was wohl aus den Bergdörfern, die sie passiert, den Wirtshäusern, die sie besucht, den Statuen, die sie gezeichnet, den Gemälden, die sie studiert hatte geworden war. Je mehr wir lasen, desto mehr Fragen tauchten auf

Im Spirits of the Dolomites erzählen wir die Geschichte von Amelias Reise und fügen unsere eigenen Gespräche mit Nachkommen von Menschen hinzu, die Amelia kennengelernt hat. Obwohl wir einige der unzähligen Veränderungen im Laufe der Zeit erkennen, sind wir eher von den Dingen betroffen, die sich nicht geändert haben.

WÜRDIGUNG

Um uns an die wagemutigen Taten Amelias zu erinnern und der ersten weiblichen Pionierin der Dolomiten ein Denkmal zu setzen, sind wir eine neue Langstrecken-Höhenroute ausfindig gemacht, die durch die von ihr so lebendig beschriebenen Gipfel führt und die noch heute so wunderbar sind, wie sie zu ihren Zeiten gewesen sind. Die Berge verbinden uns mit Amelias Gedanken und Gefühlen, die sie so freigiebig in ihrem Buch mit uns teilt. Die Alta Via Amelia führt 1872 vom Hotel Aquila in Cortina, ihrem ersten Ausgangspunkt, 30 Tage lang durch alle Hauptgipfel der Dolomiten in der gleichen Abfolge ihrer Reise. Die Route verbindet Unterkünfte wie Rifugios oder Herbergen auf dem Weg und endet am Hotel Bad Ratzes, am Fuß der Seiser Alm, wo Amelia ebenfalls übernachtete und den Dolomiten Lebewohl sagte.



Unterwegs verläuft die Alta Via Amalia über gut markierte Pfade auf einer Länge von 400km und über 30.000 Höhenmeter, die bergauf und bergab überwunden werden müssen. Die Route ist für Wanderer allen Alters geeignet, die trittsicher, fit und ohne Höhenangst sind. Kletterkenntnisse sind nicht nötig. Um auch den erfahreneren Bergsteigern etwas zu bieten, umfasst die Alta Via Amalia auch 20 anspruchsvollere Varianten. Diese verlaufen parallel zur Normalroute und haben dieselben Start- und Endpunkte. Sie schließen Klettersteige aller Grade ein und bieten so die Möglichkeit zusätzlicher Herausforderungen und können nach Belieben kombiniert und ausgesucht werden.


Hier geht’s zum Blog zur ersten Begehung der Alta Via Amelia

 

Die Alta Via Amelia ist eine lebendige Hommage an eine großartige Freundin und Bewunderin der Dolomiten. Wenn wir ihr zu Fuß folgen, kommen wir Amelias Erfahrung näher, entwickeln eine tiefere Beziehung zu den Bergen, erbringen eine körperlich herausfordernde Leistung und bekommen eine Verbindung zu ihrer Seele, wie es ihre eigenen Worte überliefern:


Deutsch Berarter Annette Haussmann & Nadine Kugler


Ich besuchte die Dolomiten vergangenen Sommer und kehrte nicht nach England zurück bis kurz vor der Weihnachtszeit, und war den größten Teil des Frühjahrs damit beschäftigt, die Veröffentlichung der Reise vorzubereiten, die mit dem Titel „Unbetretene Gipfel und entlegene Täler“ überschrieben war. Die Zeit wurde mir schließlich knapp, denn meine Verleger wollten die erste Auflage im Juni veröffentlichen; und als ich schließlich zum Ende kam, saß ich eine wunderschöne Nacht im Mai hindurch am Schreibtisch, bis die Abschiedsworte geschrieben waren. In diesem Moment, als ich mit einem Seufzer der Zufriedenheit meinen Stift niederlegte, begann eine umherstreifende Nachtigall in einem Birnbaum vor meinem Bibliotheksfenster mit solcher Inbrunst in einem Vielklang von Liedern zu singen, wie ich es nie wieder vorher noch danach gehört habe. Der Birnbaum stand in voller Blüte; der Himmel dahinter leuchtete blau und wolkenlos und als ich dieser ungewohnten Musik lauschte, konnte ich nicht umhin zu denken, dass, wenn ich eine fromme Schreiberin des Mittelalters gewesen wäre, die eben das arbeitsame Leben eines verstorbenen Heiligen verschriftlicht hatte, ich sofort geglaubt hätte, dass der Vogel ein geisterhafter Bote des Heiligen selbst sei, der mir zur Vollendung der Aufgabe gratulierte.

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